Skip to content
11/07/2011 / jasminhamadeh

frisch aus der Qualitätsmühle: von hüben nach drüben

oh oh – Woche 11 und ich hänge noch in der Qualitätsmühle… nützt ja nix, da muss ich erstmal durch, vielleicht kommt noch jemand mit? Ich monologisier mal (wieder) ein bisschen ungehemmt:

Warum sollte man sich überhaupt Gedanken dazu machen: Die Verantwortung für den Lernprozess liegt doch mehr und mehr bei den Lernenden.

Tja, irgendwie schon. Aber: Wenn wir Bedingungen schaffen könnten, unter denen Menschen nachhaltiger, motivierter, anwendbarer, reflektierter, einfacher usw. (um nicht zu sagen „besser“…) lernen – wäre das nicht wirklich mal ein sinnvoller Beitrag zur Gesellschaft oder wozu auch immer?

Also los: Ulf Ehlers fragt u. a. in seinem Vortrag am Mittwoch nach einer möglichen „Passung von offenen Lernformen und geschlossenen Institutionen“ – und findet damit ein weiteres Bild für den Brückenbau zwischen informellem und formellen Lernen.

Ich schleich jetzt schon eine Weile  um die beiden Pole drum herum und starte im formalen Lernen:

1. Wie komm ich vom formalen Lernprozess rüber zum informellen?

Ich kann für meine Kurse (moderierte Onlinekurse) noch einmal überdenken, wie ich das – zum großen Teil sicher informell erworbene – Vorwissen der Teilnehmenden intensiver und expliziter einbinden kann in den Lernprozess. Das würde sicher die Motivation der TN steigern – und zudem auch gleich eine Brücke zum Transfer des Gelernten bauen können.

Vielleicht könnte ich dafür die TN mit einigen (wenigen) offenen Fragen anregen, ihr Vorwissen zum Thema kurz zu notieren. Monika König hat davon geschrieben, das sie das gern so macht. Gefällt mir gut. Und könnte auch ein wichtiger Beitrag sein, um sogenannte „Misconceptions“ aufzudecken und zu vermeiden – und damit Qualität zumindest auf der Ebene „Stimmt / Stimmt nicht“ herzustellen.

Bei der Befragung natürlich Umfang und Darlegungstiefe irgendwie im Rahmen halten… – vielleicht auch parallel ein kleines Tagebuch führen lassen das die TN ergänzen könne, sobald sich eine Schnittstelle zu ihrem Vorwissen auftut.

Dafür ließen sich WIKIs ja ganz gut einsetzen. Da könnte man zwischen vorgegebenen Themen / Fragestellungen und TN-Beiträgen gut verlinken. Ich muss das aber als Moderatorin gut im Blick behalten – und im Kursverlauf darauf referieren. Z. B., indem ich im weiteren Lernprozess immer wieder an die dort gesammelten Aussagen anknüpfe – und ein Vernetzen der TN untereinander anrege.

Und wenn ich den Fokus auf das Selbstorganiserte des informellen Lernens lege:
Ich kann auch Fragestellungen so einrichten, dass ich die TN „auf eine informelle Reise schicke“. Sie sollen auf selbst gesuchten Wegen zur Lösung kommen, die ich dann – ggf. zusammen mit den anderen TN – kommentiere. Da kann ich auch die Gelegenheit nutzen, Kompetenzen für selbstorganisiertes Lernen mitzuvermitteln…

(Klingt ein bisschen als hätte ich bisher nicht genug zu tun in meinen Kursen 😉 Hm, tja, bezahlbar / machbar muss das irgendwie bleiben – na, eins nach dem anderen überlegen…)
2. Und anders herum: Ich starte vom informellen Lernen: Wie komm ich rüber zum formalen?

Warum könnte ich das überhaupt wollen?
Es wäre nach außen ganz hilfreich, wenn Menschen auf einfache Art zeigen können, was sie wissen und können. Vielleicht auch als Qualitätskontrolle denkbar?

Andern zeigen, was man weiß / kann: „E-Portfolio“ haben wir dazu gehört / gelesen. Da muss ich mich wohl auch mal ranmachen… Würde gern mal Einblick bekommen, wie man hier sinnvoll kategorisieren kann („Inhaltliche Bereiche“, „Wissentiefe“ usw.)

Als Qualitätskontrolle : Das erscheint mir sehr reizvoll: In einer wunderbaren, naiven Welt kann das so aussehen: Ein Mensch kommt zu einer Einrichtung, schüttet sein Wissen dort aus und man sagt ihm, was davon stimmt, was nicht, wo was fehlt, wo es mehr gibt, wie er weiter kommt – und zertifiziert ihm den aktuellen Stand – für jeden gut nachvollziebar 😉

Und wie kann es in unserer tatsächlichen Welt aussehen? Vielleicht wäre Anerkennung informell erworbenen Wissens für bestimmte formale Abschlüsse ja schon ein guter Anfang… Ein Anfang, für den ein Anfang ja auch schon gemacht ist… oder zumindest in der Diskussion ist…

Und für weitere Schritte machen wir vielleicht Bildungsunternehmen auf?
„Allgemeines Lern-Coaching und -Zertifizieren?“ – ALCUZ, klingt doch gut? Dann wissen wir Lehrenden auch wieder, was unsere Aufgabe ist…

Soviel zur Passung von informellem und formalem Lernen… Jetzt bin ich bereit für die letzte Woche…

Mit besten Grüßen an alle Mitdenker und die, die aus den Monologen Dialoge machen
Jasmin

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: