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05/07/2011 / jasminhamadeh

Können wir Qualität zu selbstorganisierten Lernprozessen hinzu liefern?

Qualität im lebenslangen lernen / Gut lernen.

  • Ich möchte Ziele haben.
  • Ich möchte die richtigen Ziele haben.
  • Ich möchte diese Ziele erreichen.
  • Ich möchte wissen, dass ich die Ziele erreicht habe.

Dann war mein Lernen gut.

Und was brauch ich für einen solchen „guten Lernprozess“?


Gib mir Zwang.

Um eine wirklich komplexe Sache durchzuarbeiten, mich einzuarbeiten, zu reflektieren – so richtig – mit Implikationen für mein und anderer Leuts Leben / Arbeit etc. – brauch ich… nicht v. a. Zeit, sondern „zeitliche Rechtfertigung“.

Jemand muss sagen, dass ich mindestens zwei Tage im Monat / 1 Stunde am Tag (oder so) für Weiterbildung nutzen muss, sonst… (irgendwas, was alle schlimm finden).

Ich muss all den anderen die was von mir wollen sagen können: Ich muss jetzt lernen, die Deadline läuft ab, ihr wisst ja, was sonst passiert… Lernen wird sonst (nach dem Eisenhower-Prinzip) immer Kategorie B sein: sehr wichtig, selbst zu erledigen, aber nicht dringend – und von Aufgaben der Kategorie A (sowohl dringend als auch wichtig) verdrängt. Und dann bleibt mein Lernen an der Oberfläche.


Stand by my side.

Um eine komplexere Sache durchzuarbeiten, mich einzuarbeiten, zu reflektieren – so richtig – mit Implikationen für mein und anderer Leuts Leben / Arbeit – brauch ich… Motivation und Begleitung – auf sozialer und inhaltlicher Ebene.

Jemand muss ab und zu sagen. Danke für deinen Beitrag, an y und z hätte ich selbst nie gedacht. / Achtung, du hast xy nicht mit in deine Überlegungen einbezogen / Schöne Beispiele, das werde ich auch mal versuchen. / Toll, wie du das hinbekommst – mit drei kleinen Kindern, den laufenden Aufträgen und der Akquise, mit Bewerbungen und der Wohnungssuche und und und / Macht Spaß mit dir zu denken. / Unter Punkt 4.3 gehst du von falschen Voraussetzungen aus: …

Sonst schaffe ich den Weg nicht bis zu den „wirklichen Fragen“.


Experten her!

Und dann sitze ich in den Details – und komm nicht weiter, weil ich es einfach nicht verstehe, den Fehler nicht finde – ich komme nicht ans Ziel. Ich brauche Unterstützung von einem, der sich auskennt.


Ich brauch ein Navi

Ich mach mich schlau, wie ich Blogs schreibe, eine Homepage bastel, WIKIs einsetze, wie ich Excel für meine Auftragskalkulation nutzen kann. Und und und…

Mach ich das richtig? Gibt es Regeln, die ich (noch) nicht kenne? Gibt es bessere / effektivere Wege? Gibt es mehr / andere Einsatzmöglichkeiten? Wer kann das beurteilen? Wer kann meine Position bestimmen und mir sagen, auf welchem Weg ich weiter kommen kann? Wie geht mein selbstorganisiertes Lernen weiter, wenn ich nicht mehr weiß, welche Frage ich stellen muss, um weiter zu kommen? Ich brauche


Ja und? Mal wieder eine neue Rolle für uns Lehrende?

Das sind für mich Faktoren, die Qualität im Lernen ermöglichen. Da sind dann die Lernobjekte weniger als zweitrangig.

Und das sind daher auch die Faktoren, die ich in meiner Lehre berücksichtigen möchte. Und deshalb finde ich den Brückenschlag zwischen selbstorganisiertem Lerne und Qualitäts-Sicherungs-Punkten so wichtig.

Wie kriegen wir sowas hin? Können wir „Zwang“, inhaltliche und soziale Begleitung, Expertentum und Standortbestimmung von außen zu selbstorganisierten Prozessen „hinzu liefern“? Das wäre doch auch eine spannende neue Rolle für uns Lehrenden, oder?

Können wir auch in lernzielgesteuerten und strukturierten Lernprozessen ausreichend Raum und Anreiz zum Selbstorganisation geben?

Gibt es ein machbares Dazwischen?
Fragt sich und euch und Sie
Jasmin

PS: Diese Überlegungen überschneiden sich nicht zufällig mit denen zur Frage, ob / wie Medienkompetenz geschult werden soll. Gerade das ist ja ein Bereich, den man klassischerweise selbstorganisiert lernt – und in dessen Kontext sich viele der o. g. Gedanken schon aufdrängten…

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