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11/05/2011 / jasminhamadeh

„Enjoy Social Media“ – ein ge-fake-tes Social networking?

ha, Ellen Trude, danke! Jetzt kann ich den Drang nicht mehr stoppen und mach doch das Fass auf:

Social Network vs. (?) moderierte Onlinekurse ?!

Ist Social Networking etwas anderes als:
Jemand sucht was (nennen wir es ruhig „problemorientiertes Lernen“) und befragt dazu eine virtuelle Runde – über irgendein soziales Medium: ein Blog, eine Twitterfunktion ein Netzwerk wie XING…
Der Lernprozess (im allerweitestens Sinne) sieht so aus:
fragen / Antworten sammeln / ggf. nachfragen / ggf. reflektieren / ggf. mögliche „Antworten“ auf Fragestellung anwenden / ggf. Erfahrungen teilen / ggf. wieder reflektieren…

Aber wenn es um Lernprozesse geht, wie wahrscheinlich die meisten von uns es in Schulen / Universitäten / Weiterbildungseinrichtungen / WB-Abteilungen in Unternehmen geht:
Also Curriculum, feste Lern/Lehrziele, vorgegebener Zeitrahmen…
Sprechen wir dann nicht eigentlich in letzter Konsequenz von moderierten Onlinekursen – mit oder ohne Lernplattform – aber mit Teamarbeit im weitesten Sinne – oder sagen wir mit einem „moderierten Miteinander“?

Und wäre das schlimm? Da frage ich jetzt etwas selbstbewusster noch einmal:
Warum denn auf das Zusammenspiel von organisiertem Rahmen, Lernbegleitung, Qualitätskontrolle u. a.  verzichten – und um welchen Preis? (Wenn ich meinen eigenen Blogbeitrag dazu hier nochmal verlinken darf…)

Als Frage an Ellen Trude – und alle Mitdenker:  Social Media ist der Inhalt des Kurses „Enjoy Social Media“ – und deshalb wurden Blogs und Twitter etc. eingesetzt.

Aber wenn ich rein auf das didaktische Konzept schaue, sehe ich ein strukturiertes, begleitetes Lernen durch selber Machen / Erfahren – „entdeckendes Lernen“ . Hier für affektive Ziele und kognitive Ziele auf unterschiedlichen Ebenen.

Aber: Das geht auch ohne das „Draußen“ der „Social Media“ – wenn nicht gerade z. B. Expertenwissen gesucht wird, das man innerhalb des Teilnehmer- und Dozentenkreises nicht hat. Oder?

In einem Kurs zu Wechselwirkungen von Medikamenten z. B. – hätte das Konzept genauso aussehen können – und die Teilnehmer hätten miteinander Fallstudien in Foren – oder meinetwegen auch Blogs – und vielleicht mithilfe von WIKIs  gelöst.

Ist jetzt nicht so ein ganz ausgedachtes Beispiel… in den Kursen, die ich betreue, machen wir das so… Und ich frage mich – und euch – und nach Ellen Trudes Vortrag weiterhin und nochmal mehr und ganz konkret für meine – eure? – Arbeit :

Was genau sollte / könnte konkret als Mehrwert des Social Learning in der „offenen Form“ für die TN in ihrem Berufsalltag erkannt werden? Monika hat auf ihrer Lernspielwiese kategorisert: „Canned Learning“ (Jasmin), „Social Learning“ (Herr Larbig) und „Lonely Learning“ (Monika – u.a.)

Wenn wir nicht Social Media nutzen, um Social Media kennen zu lernen – Wofür dann?

Vielleicht schmusen wir uns – jenach Zielsetzungen natürlich – auch auf den Kompromiss ein:
Effektiv ist für komplexere Lehr-/Lernziele ein strukturierter Rahmen (Zusammenspiel von…) mit entdeckenden Fragestellungen, für die die „Social Media“ Möglchkeiten „da draußen“ genutzt werden?

Die dreitausend Folgefragen und Relativierungen, die mir dazu auf der Tastatur leigen, wisch ich jetzt mal mit der Gute-Nacht-Zahnbürste beiseite – erstmal 😉

Vielleicht kriegen wir ja Erfahrungen, Meinungen, Gedanken etc. dazu zusammen – in diesem irgendwie doch auch moderierten Onlinekurs…

Was auch immer dabei rauskommt: Bei allem Unken – ich bin doch deutlich infiziert von diesem Social Media Austausch… in diesem strukturierten Rahmen 😉

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  1. mons7 / Mai 12 2011 10:51

    Liebe Jasmin,

    ich übersetze jetzt mal Deine Frage in folgende Aussage (korrigier mich, wenn ich daneben liege):
    Das Ziehen eines tiefen Grabens zwischen zwei Lernformen (strukturiert und innerhalb eines LMS vs. öffentlich im Netz, aber auch begleitet) – ist sinnlos, da es sich – abgesehen von leichten Unterschieden in der Gewichtung – um genau das Gleiche (mit ähnlichen Resultaten) handelt.

    (1) Zum Resultat
    (A) Ich nehme seit einigen Semestern an einem Master-Studiengang (als Studierende!) teil, der m.E. (aus Sicht der Erziehungswissenschaftlerin) recht gut „gestrickt“, will heißen konzeptioniert ist. Meist gibt es drei Aufgaben à la erst mal (1) lesen, anschauen, Meinung bilden (2) analysieren, Ergebnis argumentativ rüberbringen und in der Gruppe diskutieren und (3) Hausarbeit über Prozess und Ergebnisse abgeben (die dann bewertet wird).

    (B) Dann nehme ich dieses Semester parallel an einem MOOC teil ;), dem #opco11. Den ich an dieser Stelle ja nicht näher beschreiben brauche. Vielleicht aus meiner Sicht gestuft in (1) Inhaltsinput (2) gelegentliche Einwürfe von Veranstalterseite (3) macht ansonsten draus was ihr wollt.

    Und was ist mein persönliches (Zwischen-)Ergebnis? Zu (A) Ich bleibe im Master massiv unter meinen Möglichkeiten, empfinde mich von der Taktung „gegängelt“, gehe – wenn überhaupt – lustlos dran (und das OBWOHL ich das Konzept an sich, wie oben dargestellt, gut finde).
    Zu (B): Ich produziere wie der Teufel, kommentiere gerade schon wieder (!), lasse vielleicht wissenschaftliche Erkenntnisse erst einmal außen vor, werde aber von der einen oder anderen Seite schon draufgestoßen, da und dort doch mal nachzulesen. Und das wichtigste: Es macht mir auch noch Spass ??!?!?

    (2) Zum (möglichen) Grund
    Die einzigen Gründe, die mir für diesen Unterschied im Resultat einfallen sind …

    … dass ich bei (A) die Verantwortung für mein Lernen irgendwie (ungewollt) nach Außen verlagere und bei (B) selbst übernehme (Hinweis an mich: Nachlesen: Begriff Empowerment?)

    … die Rückmeldung meiner Community „da draußen“ für mich viel relevanter ist, als einer mir vor die Nase gesetzte „Autorität“?

    Ich weiss es eigentlich nicht. Habt ihr eine Erklärung?

    Bis auf Weiteres
    m

    • jasminhamadeh / Mai 12 2011 13:19

      Hallo Monika und alle,

      eigentlich würde ich gern ein bisschen Streit machen und diesen Graben ziehen – und dann das moderierte E-Learning aufs Messer verteidigen…
      aber mein Verstand hat leider den nächsten Schritt gemacht: Ich glaube zwar nicht, dass es sich um das Gleiche handelt – aber dass es sich ganz gut kombinieren ließe, das glaube ich schon.

      Ich fange jetzt gleich mal in einem neuen Post an mit den „Was Wofür-Überlegungen“.

      Zu deinen eigenen Erfahrungen: Ich lese daraus irgendwie: Du findest das Konzept deines Studiengangs gut, obwohl es – für dich nicht funktioniert. Vielleicht sagt dein Verstand dir: Gut strukturiert – nette Leute, die Moderatren bemühen sich. Muss gut sein.
      Aber irgendwie hat keiner dir das olympische Feuer bringen können?

      Die Dikdatikerin in mir denkt: Wie wäre dein Studiengang (für dich), wenn ihr „gelenkt-entdeckend“ lernen würdet? Zuerst die zu lösende Fragestellung (möglichst relevant für alle Beteiigten). Und dann die Aufforderung, ihr sollt euch selbst auf die Suche nach Lösungen machen. In Teams vielleicht. Mit allem, was ihr an Social Media braucht / nutzen könnt / möchtet: WIKI, Blog / Forum / Skype / Virtueller Klassenraum… – mit Hintergrundinformationen, die euch zur Verfügung gestellt werden – oder auch mit Suchaufträgen.

      Und das Ganze mit kompetenter, unaufdringlicher Begleitung (wie z B: „Ihr arbeitet wirklich engagiert – darf ich euch noch ein paar Suchworte mit auf den Weg geben, die vielleicht das Spektrum noch ergiebiger für eure Fragestellung machen: …“ / „Ihr habt bereits eine ungeheure Menge Lösungsmöglichkeiten gesammelt und sogar neue selbst erarbeitet. Sieht aus wie eine solide Basis für den kommenden Schritt: Welchen Weg könnt ihr euch für die Fragestellung tatsächlich vorstellen? Warum? Wie sieht das konkret aus?“)

      Du hättest Verantwortung, eine mitdenkende Community, eine kompetente leitung – und es hängt von dir und euch ab, wie intensiv ihr an dem arbeitet, was angeboten wird – und für das Zertifikat muss ein festgelegtes Minimum erfüllt sein.

      Für mich wäre das problemorientiertes / entdeckendes Lernen – und für Kurse mit hoher Refletionsdichte undkomplexen Inhalten ein super Weg. Und gleichzeitig die Brücke über den Graben – und das Ende des nicht mal begonnen Streits um ein „Was ist besser…“

      Jasmin grüßt – inspiriert und heute dann wohl doch ohne Mittagspause…

  2. Ellen Trude / Mai 12 2011 14:19

    Social Networks versus… – mit dieser Gegenüberstellung, die ja ein Entweder – Oder impliziert, tue ich mich schwer. Ich denke, Lernformate sollten sich ergänzen, es gibt nicht die einzige Lösung, sondern nur die beste Form für die Zielgruppe und die Ziele.
    Viele Themen sind in Präsenztraining bestens aufgehoben (wenn’s denn kein reiner Vortrag oder eine PowerPoint-Orgie ist), andere in „klassischem“ eLearning auf Lernmanagementsystemen, vor allem, wenn aus rechtlichen Gründen Nachweise der Schulung der Mitarbeitenden eines Unternehmens gefordert sind o. ä., und wieder andere halt in Social Learning Umgebungen. Ich glaube aber, dass es sich durchaus lohnt, den Blick auf bestehende Kurse, Schulungen, Trainings oder wie auch immer zu werfen und zu schauen, ob nicht nachhaltigere, unmittelbarer in den Alltag übertragbare Angebote durch Social Learning gefördert werden können.
    Als Mehrwert haben unsere Teilnehmer eben schon jetzt dies benannt: direktes unmittelbares Übertragen in den Arbeitsalltag, nachhaltiger als andere besuchte Weiterbildungsveranstaltungen (wobei das nichts an der Qualität der Veranstaltung an sich ändert), intensiver und persönlicher Austausch über die Lernerfahrung mit Blickwinkel auf Lernansätze / Vorgehensweisen der anderen.
    Es wird spannend sein, dies weiter zu verfolgen.

    • jasminhamadeh / Mai 12 2011 15:08

      Und noch ein Hallo Ellen Trude!
      ja mit „versus“ wird das nichts, ich glaube es auch 😉

      Und stimme mit ein in das Lied von der „sinnvollen Ergänzung“.
      Genau das möchte ich herausarbeiten: Welcher Weg ist für welche Ziele / Fragestellungen / Umstände der beste.

      Der vielleicht provozierende Titel des Posts bezieht sich darauf, dass es in Ihrem Kurs zwar um Social Media geht – aber das didaktische Konzept dahinter (das mir sehr gefällt) eigentlich keine offenen Social Media Funktionen braucht.

      So ist Ihr Kurs als Aufhänger ein schönes Geschenk, wenn ich (mit anderen) darüber nachdenken möchte, was wohl die Vorteile der offenen Social Media Funktionen im Lernprozess sein können – im Gegensatz zum virtuellen Miteinander in geschlossenen, moderierten Lernprozessen. Aber eben nicht wirklich „versus“… 😉

      Vielleicht haben Sie aus Ihrem Kurs dazu Erfahrungen gewonnen? Oder andere in anderen Kursen… oder Lernprozessen…
      Alle grüßt
      Jasmin

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  1. #opco11 – 3: Social Learning – Networked Learning – Informelles Lernen? | Splitter

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